Moin Leute,

die Flüchtlingsdebatte polarisiert ja ordentlich, und die Politik hat klar gemacht, dass sich Deutschland weltoffen und mitfühlend zeigt, also eine Art Vorbildfunktion inmitten eines Kontinents einnimmt, der überhaupt nicht weiß, wie ihm aktuell geschieht. Oder wer hätte gedacht, dass plötzlich eine Völkerwanderung durch Europa eintritt? Gab es das nicht zuletzt im Mittelalter?

Ach sorry, ich hab den zweiten Weltkrieg natürlich vergessen… Von daher, wow, Deutschland, super Entwicklung, früher mal der Bösewicht des 20. Jahrhunderts, und ja jetzt bin ich stolz über diese aktuellen deutschen Entscheidungen!

Ich verstehe aber auch, dass diese extreme Entwicklung bei einem Teil der Gesellschaft Ängste auslöst. Deshalb bin ich sehr vorsichtig DresdenDumpfbackenDieter und KrefeldKotzKalle als Nazis wegzudrücken. Es sind Menschen, die Angst vor Veränderung haben, Angst davor, dass sie irgendwann ihre Komfortzone verlassen müssen, weil ihr Umfeld eine andere Sprache spricht oder sich „anders“ verhält.

Leider verhalten sich Menschen mit Angst hässlich. Der ängstliche Hund an der Leine beißt auch ganz leicht zu, obwohl er eben noch so drollig war. Deshalb ist es wichtig die Sorgen zu verstehen, egal ob man diese Menschen mag oder nicht.

Also 800 000 Flüchtlinge in 2015 in Deutschland, das heißt, dass eine Stadt wie Köln von der Einwohnerzahl plötzlich mehr auf der Bildfläche ist. Das nenne ich CHANGE! Sigmar Gabriel hat da ja auch schon Grenzen gesetzt, von wegen 500 000 jeweils in den Folgejahren. Das finde ich zwischen den Extrempolen der aktuellen Meinungen übrigens auch ein gesundes Wort.

Hier nun die Chance für das ganze Land: Wir haben uns entschieden die Komfortzone zu verlassen und menschlich den Bedürftigen zu helfen. Ganz toll! Wir haben damit akzeptiert, dass nicht immer alles gleich bleibt. Deutschland wird in zehn Jahren einfach nicht mehr so aussehen wie jetzt. Und das ist unsere große Chance, nämlich indem wir alle bei dieser Haltung unsere Ängste und Sorgen annehmen und bewusst aus der Komfortzone des Gewohnten heraustreten.

Ja, es gibt Veränderung. Ja, es gibt Risiken, vielleicht haben wir mal weniger Geld im Portemonaie oder einer von uns gerät mit einem Flüchtling aneinander, oder es wird ganz einfach anstrengend sich an die Veränderungen anzupassen.
Aber genau um „Komfortzone verlassen“ geht es hier auf nationaler Ebene, wie auf individueller Ebene in meinen Skype Coachings für Persönliche Entwicklung, Karriere, Beziehung und Gesundheit.

Ich sage zu jedem Kunden das Gleiche: Geh den harten Weg, sei genau dort, wo es weh tut, und Du wirst wachsen. Unter Deiner Decke im Bett wirst Du bestimmt nicht wachsen. Ich spreche genau darüber in meinem  Ted Talk zum Thema Komfortzone verlassen und Ängste überwinden: www.youtube.com/watch?v=eJWIyBFHTHQ

Wenn wir den Schritt aus der Komfortzone machen– persönlich oder wie jetzt national – haben wir die Chance für Wachstum. Es ist eine Herausforderung, und diese macht uns stärker, reifer und reflektierter als Nation. Wir lernen mit Veränderung und Andersartigkeit umzugehen und verlieren dabei unsere Ängste und Sorgen, bekommen eine stärkere nationale Identität und ein besseres nationales Selbstbewusstsein – und ganz nebenbei zeigen wir der ganzen Welt, dass wir auf sterbende Syrienflüchtlinge nicht scheißen.

Ich bin mir sicher, dass jeder im Umfeld Leute hat, die aktuell auf die Entwicklung nicht klar kommen und unangenehme und peinliche Dinge sagen. Nehmt Euch die Zeit ihnen die große Chance zu erklären, wenn man die Komfortzone hinter sich lässt, anstatt diese Menschen schlicht und einfach dumm zu finden.

Übrigens bei der letzten Volkszählung hat man ja überraschend gemerkt, dass Deutschland über 1,5 Millionen Menschen weniger, als bislang geglaubt, hat. Von daher passt noch was rein 🙂

Wie steht Ihr zu diesem Thema? Freue mich auf Reaktion und gerne das hier teilen.

Gruß vom Flughafen in Chicago. Euer Wigge