Liebe Leute,

gestern bin ich nach Phoenix, Arizona geflogen, um meinen ersten Marathon nach monatelangem Training zu laufen. Die Stimmung war unter 50 000 Läufern unglaublich gut. Kurz nach dem Start gab es die ersten Unterhaltungen mit Amerikanerin. Joe aus Phoenix, Shawn und Pete aus Dallas bildeten nun mit mir eine Vierergruppe, und wir beschlossen die 42,1km zusammen zu laufen. Unser Tempo nach 10km: 48 Minuten

Ich wusste, dass es eigentlich fuer mich zu schnell war, aber wir motivierten uns gegenseitig und beschlossen die 3:30h beim Marathon zu knacken. Ich sah mich schon im Ziel, wie mich die Kenianischen Siegesläufer im Siegestaumel in ihrer Menge hochwerfen…

Leider war das nicht das Ergebnis, obwohl ich nach 20 Kilometern noch das Tempo halten konnte. Aber dann das Unerwartete: Bei km 25 kam innerhalb weniger Minuten ein Totalzusammenbruch meines Körpers. Ging es mir bei km 23 noch relativ gut, war nun die Energie weg und mein Körper schrie: Aufhoeren, ich halte das bestimmt keine 17 km mehr aus.

Ich war erschrocken, wie die Energie in so kurzer Zeit schwinden konnte und musste bei km 30 fünf Minuten zu Fuß gehen. Mir ging es so richtig schlecht, mir war es schwindelig und die Gedanken sagten: Abbrechen, Abbrechen! Es ist so schlimm!

Aber ich muss ja heute diesen Blog schreiben. Was soll ich beim Abbruch reinschreiben? Challenge Coach Michael Wigge hat die Challenge ganz nebenbei abgebrochen? Das klingt eher nach einem Break Up Coach. Also, nach fünf Minuten fing ich in totaler Erschöpfung wieder langsam an zu joggen, denn Abbrechen ist in meiner Lebensphilosophie eh keine Alternative. Wer Ziele erreichen will, muss durch Tiefen gehen.

Die letzten 15 Km waren reiner Schmerz, aber ich konnte erfahren, dass der Körper unerwartete Reserven freisetzt, nachdem er ganz klar STOP signalisiert. Und so konnte ich mich fangen und es in gemäßigtem Tempo in 3:50h das Ziel in wirklich totaler Erschöpfung erreichen.

Also, ich habe mein Ziel nicht erreicht, den Marathon in 3:30h zu laufen, aber ich habe Durchgehalten und das ist, was fuer mich zählt. Und ich habe aus Fehlern gelernt und weiss mich beim nächsten Marathon besser einzuschätzen.

Ich kann heute nicht gehen und eine Freundin schiebt mich gerade auf einem Gepäckwagen durch den Flughafen in Phoenix, aber ich bin glücklich den Marathon erledigt zu haben. Peng!

Egal, welche Ziele Ihr habt, Fehler machen gehört zum Weg dazu und Plan B,C,D bringen Euch dahin, wenn A nicht klappt. Wichtig, einfach niemals abbrechen, solange das Ziel noch attraktiv ist.

Schreibt mir doch, welche Ziele Ihr habt: info@my-challenge-coach.com

bitte teilt, wenns gefällt
Euer, Wigge